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Wie FeeCheck Payment-Kosten berechnet — Schritt für Schritt erklärt

Payment-Kosten setzen sich aus drei Hauptkomponenten zusammen: der Interchange Fee (reguliert durch EU-Verordnung 2015/751), der Scheme Fee des Kartennetzwerks und der Acquiring-Marge des Zahlungsdienstleisters. FeeCheck macht diese Struktur für Händler transparent, indem jede Komponente separat ausgewiesen und erläutert wird.


Was sind die drei Kostenkomponenten einer Kartenzahlung?

Jede Kartenzahlung, die ein Händler akzeptiert, löst im Hintergrund eine mehrstufige Abrechnung aus. Der Händler sieht am Ende eine Gesamtgebühr (z.B. 0,50% des Umsatzes), aber diese setzt sich aus drei distinkten Bestandteilen zusammen:

Komponente 1: Interchange Fee (Interbankentgelt)

Die Interchange Fee ist der EU-regulierte Kernbestandteil jeder Kartentransaktion. Sie fließt vom Acquirer (Händlerbank) an den Issuer (die Bank, die dem Kunden die Karte ausgestellt hat). Dieser Mechanismus vergütet die Kartenausgabe, das Kreditrisiko und die Infrastrukturkosten der Issuerseite.

EU-Caps gemäß IFR (EU-Verordnung 2015/751):

KartentypMaximale Interchange Fee
Verbraucher-Debitkarte (EWR-Ausgabe)0,20% pro Transaktion
Verbraucher-Kreditkarte (EWR-Ausgabe)0,30% pro Transaktion
Firmenkarten / Commercial CardsKein Cap — nicht reguliert
Non-EWR-Karten (US-Visa, UK-Mastercard post-Brexit)Kein Cap — nicht reguliert

Wichtige Ausnahmen:

  • Girocard (Deutschland): Nationales Debitkartenystem der Deutschen Kreditwirtschaft — eigene Gebührenstruktur, günstig im Inlandsbereich
  • Carte Bancaire (Frankreich): Nationales Kartensystem, günstige Domestic-Interchange
  • Dreiparteiensysteme (Art. 1(3) IFR): American Express und Diners Club als Emittent und Acquirer in einer Hand — IFR-Caps gelten nur begrenzt

Komponente 2: Scheme Fee (Netzgebühr)

Die Scheme Fee wird von den Kartennetzwerken (Visa, Mastercard, AmEx) für die Nutzung ihrer Infrastruktur und Marke erhoben. Sie ist nicht EU-reguliert und nicht öffentlich im gleichen Detailgrad veröffentlicht wie Interchange-Tarife.

Typische Größenordnung (Branchenschätzungen und öffentliche Berichte):

  • Visa Scheme Fee: ca. 0,02%–0,08% pro Transaktion
  • Mastercard Scheme Fee: ca. 0,02%–0,10% pro Transaktion
  • Zusätzliche Service-Fees (z.B. für Token Services, 3DS): variabel

FeeCheck verwendet für Scheme Fees Schätzwerte auf Basis öffentlich zugänglicher Branchenberichte und weist diese als solche aus.

Komponente 3: Acquiring-Marge (Händlergebühr)

Die Acquiring-Marge ist der Aufschlag des Zahlungsdienstleisters (PSP oder Acquirer) für die Abwicklungsdienstleistung. Dieser Anteil ist frei verhandelbar — er unterliegt dem Wettbewerb.

Typische Spanne:

  • Großhändler / Hohe Volumina: 0,05%–0,15% (verhandelbar)
  • Mittelstand / Standardtarife: 0,10%–0,30%
  • Kleinhändler / Starter-Pakete: 0,20%–0,50% (oder Flat-Fee-Modelle)


Beispielrechnung: Standardtransaktion 50 EUR, Supermarkt Deutschland

Beispielrechnung (DE, Supermarkt, Visa Debit EU):
─────────────────────────────────────────────────
Transaktionsbetrag:     50,00 EUR
─────────────────────────────────────────────────
Interchange Fee:         0,10 EUR   (0,20% — EU-Cap, Debit)
Scheme Fee (Visa):       0,03 EUR   (ca. 0,06% — exemplarisch)
Acquiring-Marge:         0,12 EUR   (0,24% — Beispieltarif Discount-Einzelhandel)
─────────────────────────────────────────────────
Gesamtkosten:            0,25 EUR   = 0,50% des Umsatzes
─────────────────────────────────────────────────
Netto-Auszahlung:       49,75 EUR

Hinweis: Alle Beträge sind exemplarisch. Tatsächliche Kosten hängen vom Vertrag, der Kartenart und dem PSP ab.


Wie unterscheiden sich die Tarifmodelle?

Händler begegnen ihren Payment-Kosten in drei unterschiedlichen Darstellungsweisen. Das Verständnis dieser Modelle ist entscheidend für einen sinnvollen Vergleich.

Blended Pricing (Pauschalrate)

Alle drei Kostenkomponenten werden zu einer einzigen Prozent-Rate zusammengefasst. Beispiel: "1,5% pro Transaktion, alles inklusive."

Vorteil: Einfache Kostenkalkulation. Nachteil: Keine Transparenz. Händler wissen nicht, welcher Anteil Interchange, Scheme oder Marge ist. Bei niedrigen Interchange-Karten zahlen Händler effektiv mehr als nötig.

Interchange++ (IC++ / Cost Plus)

Interchange Fee, Scheme Fee und Acquiring-Marge werden separat ausgewiesen. Beispiel: "Interchange 0,20% + Scheme 0,05% + Marge 0,15%."

Vorteil: Volle Transparenz. Händler profitieren direkt, wenn günstigere Karten verwendet werden. Nachteil: Schwerer verständlich; monatliche Abrechnung variiert je nach Kartenmix.

Flat Fee (Pauschalbetrag pro Transaktion)

Fester Betrag pro Transaktion, unabhängig vom Transaktionswert. Beispiel: "0,29 EUR + 1,5% pro Transaktion."

Vorteil: Gut für hochwertige Transaktionen. Nachteil: Überproportional teuer bei kleinen Beträgen (z.B. Kaffee für 3 EUR).


Warum kostet dieselbe Karte in Frankreich anders als in Deutschland?

Obwohl der EU-Interchange-Cap EU-weit gilt, gibt es nationale Unterschiede bei den Gesamtkosten:

  1. Nationale Kartensysteme: Girocard (DE) hat eine eigene Gebührenstruktur. Transaktionen mit Girocard kosten Händler in Deutschland im Inlandsbereich deutlich weniger als Visa/Mastercard-Transaktionen.
  1. Carte Bancaire (FR): Das französische Bankkartensystem hat ebenfalls günstige Domestic-Interchange-Konditionen, die für internationale Händler nicht zugänglich sind.
  1. Unterschiedlicher Acquiring-Markt: Der Wettbewerb unter PSPs variiert nach Land. In Märkten mit weniger Wettbewerb können Margen höher sein.
  1. Kartenmix der Kunden: Touristisch geprägte Händler (z.B. in Küstenregionen) erhalten mehr Non-EWR-Karten (US, UK, Asien) — mit höheren Interchange-Kosten.

Non-EWR-Karten: Warum zahlen Händler mehr?

Karten, die außerhalb des EWR ausgegeben wurden, unterliegen nicht den IFR-Caps. Das bedeutet:

KartentypTypische Interchange
EU Debit (Visa/Mastercard)max. 0,20% (IFR-Cap)
EU Credit (Visa/Mastercard)max. 0,30% (IFR-Cap)
US-ausgegebene Visaca. 1,20%–2,00% (unreguliert)
UK-ausgegebene Karten (post-Brexit)ca. 0,50%–1,50% (unreguliert)
Commercial Cards / Firmenkarten EUca. 0,50%–1,80% (unreguliert)

Für Händler in touristisch geprägten Branchen oder im E-Commerce mit internationalem Kundenstamm können Non-EWR-Karten die Gesamtkosten erheblich erhöhen.


Wie berechnet FeeCheck die Effektivkosten?

FeeCheck berechnet die Effektivkosten pro Transaktion nach folgender Formel:

Effektivkosten (%) = (Interchange + Scheme Fee + Acquiring-Marge) / Transaktionsbetrag × 100

Für den Vergleich von Angeboten mit unterschiedlichen Tarifmodellen normiert FeeCheck alle Angaben auf den Effektivkostensatz pro Transaktion. Grundgebühren (monatliche Servicegebühren, Terminalmiete) werden separat ausgewiesen und fließen in eine Gesamtkostenrechnung ein, wenn Händler ihr Transaktionsvolumen angegeben haben.


Häufige Fragen (FAQ)

Was ist eine Interchange Fee einfach erklärt? Die Interchange Fee ist eine Gebühr, die die Bank des Händlers (Acquirer) an die Bank des Kartenkunden (Issuer) zahlt, wenn ein Kauf mit Karte abgewickelt wird. In der EU ist diese Gebühr durch die Interchange Fee Regulation (EU 2015/751) nach oben begrenzt: maximal 0,20% für Debitkarten und 0,30% für Kreditkarten.

Warum zahle ich für manche Karten mehr als für andere? Unterschiedliche Karten haben unterschiedliche Interchange-Sätze. EU-Verbraucherdebitkarten sind durch IFR-Caps günstig (max. 0,20%). Kreditkarten liegen höher (max. 0,30%). Commercial Cards und Karten außerhalb des EWR (US, UK nach Brexit) unterliegen keinen Caps — ihre Interchange-Sätze können deutlich höher sein.

Was ist der Unterschied zwischen Interchange++ und Blended Pricing? Bei Interchange++ werden Interchange Fee, Scheme Fee und Acquiring-Marge separat ausgewiesen. Bei Blended Pricing werden alle Kosten in einer Pauschalrate zusammengefasst. Interchange++ ist transparenter, aber komplexer in der Abrechnung.

Sind American-Express-Karten teurer als Visa/Mastercard? In der Regel ja. American Express betreibt als Dreiparteiensystem (Emittent und Acquirer in einer Hand) ein eigenes Vergütungsmodell, das nicht den IFR-Caps für Interchange-Fees unterliegt. Die Gesamtkosten für Händler liegen bei AmEx typischerweise höher als bei Visa oder Mastercard.

Was kostet eine Non-EWR-Karte (z.B. US-Touristenkarte)? US-ausgegebene Karten (Visa, Mastercard) unterliegen nicht dem EU-Interchange-Cap. Die Interchange Fee kann je nach Kartentyp und Transaktionskategorie zwischen 1,20% und 2,00% liegen — deutlich über den EWR-Werten. Für Händler mit hohem internationalem Kundenstamm können diese Karten die Gesamtkosten spürbar erhöhen.


Quellen & Regulierungsgrundlagen

  • EU-Verordnung 2015/751 (IFR), Art. 3 (Debit-Cap), Art. 4 (Credit-Cap): EUR-Lex
  • EU-Verordnung 2015/751, Art. 1(3): Ausnahmen für Dreiparteiensysteme
  • EU-Richtlinie 2015/2366 (PSD2), Art. 62: Transparenzpflichten bei Zahlungsdienstleistern
  • ECB Report on Card Payments in Europe: ecb.europa.eu

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